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Abdomen und VorderleibDer Vorderleib wird von zwei dicken
Chitinplatten, Carapax(oben) und Sternum(unten), auch Brustbein, geschützt.
Diese schützen die inneren Organe vor Verletzungen. Auf der Unterseite des
Vorderleibs befindet sich der "Mund" oder die äußeren
Verdauungsorgane. Durch kauende Bewegungen der Chelizeren, raspelnde Bewegungen
der Dörnchenhöcker sowie wiederholtes Einspritzen von Enzymen wird das
Beutetier nach und nach zersetzt. Der dadurch entstandene Nahrungsbrei kann in
den Magen gesaugt werden. Der Augenhügel befindet sich ganz vorne oben auf
dem Vorderleib. Darauf stehen acht einzelne Augen. Die Vogelspinne kann damit
lediglich helle und dunkle Schattierungen wahrnehmen. Im Vorderleib befindet
sich auch der Saugmagen, das ZNS (Zentrales Nerven System) und Teile des
Verdauungstraktes.
Der Hinterleib (Abdomen) ist durch einen kleinen
Stiel mit dem Vorderleib verbunden, durch welchen die Hauptschlagader und der
Darm verläuft. Der Hinterleib ist wie der Vorderleib durch einen
Chitinpanzer geschützt, jedoch erheblich dünner. (Sehr großes
Verletzungsrisiko). Im Hinterleib befinden sich Organe wie das Herz, die Lungen,
Geschlechtsorgane und die Spinndrüsen. Die Spinnwarzen ( 2 große und
2 kleine ) liegen als deutliche Auswüchse am Ende des Hinterleibs. Sie
sondern ein in den Spinndrüsen hergestelltes Sekret ab, daß an der
Luft zu Spinnseide wird. Auf dem Hinterleib vieler Amerikanischer Vogelspinnen
findet sich noch zu den Beißwerkzeugen ein zusätzliches
Verteidigungssystem: die Brennhaare. Diese können mit Hilfe der hinteren
Beinpaare durch schnelle Bewegungen abgestreift werde und dem Angreifer
entgegengeschleudert werden. Wenn sie in Nase und Rachen gelangen, lösen
sie einen brennenden Juckreiz aus.
Die Sinnesorgane der
Vogelspinnne:
Vogelspinnen besitzen unterschiedliche
Sinnesorgane, die sich fast ausschließlich auf den Gliedmaßen
befinden.
- Spaltsinnesorgane geben alle Informationen
über die Bewegungen der Spinne an das ZNS weiter.
- Tasthaare registrieren sowohl
Berührungsreize als auch Boden und Luftschwingungen.
- Spezielle Sinneszellen ( Chemorezeptoren),
vorwiegend im Mund und Tasterbereich, nehmen chemische Reize wahr und dienen zum
Erkennen und Schmecken der Beute.
Die PaarungVogelspinnen gehören zu den mehr oder
weniger bedrohten Tierarten, denn ihre Biotope in der Wildnis werden durch das
enorme Bevölkerungswachstum der Menschen stark beeinflußt. Daher ist
es um so wichtiger, die in der Natur frei lebenden Vogelspinnenarten zu
erhalten. Aus den Wildbeständen werden kaum noch Tiere für die
Terraristik entnommen. Die Zucht ist weit verbreitet, und es werden zum Teil
auch Zuchtprogramme durchgeführt, die der Erhaltung von Vogelspinnen
dienen. Die meisten im Handel erhältlichen Arten lassen sich im Terrarium
gut paaren. Am besten geeignet für die Paarung mit Männchen sind
Weibchen, die sich erst vor kurzer Zeit gehäutet haben. Dies hat den
Vorteil, daß die Weibchen dann bedeutend weniger Widerstand leisten
werden. Erst wenn das Männchen seine Reifehäutung hinter sich gebracht
hat und ein Spermanetz gewoben hat, kann es sein Sperma daran befestigen, um es
dann schliesslich mit dem Bulben aufzusaugen. Vor der Paarung mit einer Spinne
derselben Art sollten beide gut durchgefütter sein. Das für die
Paarung bereitgestellte Terrarium sollte nicht zu klein sein, damit das
männliche Tier die Möglichkeit zur Flucht hat. Es rät sich, das
Weibchen schon mehrere Wochen vor der Paarung in das Paarungsterrarium zu
setzen, damit es seinen Sexualstoff verbreiten kann. Wenn das Männchen in
das Terrarium gesetzt wird, wird es wahrscheinlich bald mit dem Körper
zucken und mit den Beinen beginnen zu trommeln. Wenn dies geschieht, wird das
Weibchen auch sehr bald seine Wohnröhre verlassen und auch zu trommeln
beginnen. Wenn Beide diese Reaktion zeigen, sollte es keine Komplikationen
geben. Es kann aber auch passieren, daß während der Paarung der
Pfleger eingreifen, muß um dem unterlegenen Männchen zu helfen.
Sollte aber wie gesagt alles glatt ablaufen, so darf das Männchen das
Weibchen hochstemmen und es kann nun versuchen, den Bulben in die
Epigastralfurche (Rille in der Bauchregion) des Weibchen zu schieben. Nachdem
die Begattung stattgefunden hat, löst sich das Männchen und versucht
möglichst schnell vom Weibchen wegzukommen, da die Gefahr besteht,
daß das Weibchen ihn auffrißt.
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